Verbuschung

Saugraben 80er-Jahre Saugraben 2010

Die Heide ist durch menschliche Nutzung aus Wald entstanden und benötigt Bewirtschaftung und Pflege. Die zunehmende Verbuschung und Verwaldung durch die Aufgabe der Weidenutzung nach dem 2. Weltkrieg stellte vor einigen Jahren noch die größte Gefahr für die Heide dar. Ihr konnte durch viele Pflegeeinsätze seit dem Jahr 2000 Einhalt geboten werden. In Zusammenarbeit von Gemeinde, Freunden der Perchtoldsdorfer Heide, zahlreichen freiwilligen HelferInnen und Heideschäfer werden jedes Jahr Sträucher und junge Bäume aus dem Trockenrasen entfernt. Zusätzlich erfolgt eine Beweidung mit Schafen, die den Trockenrasen kurz und auch das erneute Aufkommen von Gehölzen in Grenzen halten. Der Kot der Schafe bewirkt im Gegensatz zum Hundekot keine Überdüngung der Heide, da die Schafe nur jene Nährstoffe wieder einbringen, die sie vorher auf der Heide aufgenommen haben. Helfen Sie doch auch einmal bei der jährlichen Heidepflegewoche mit! Wir freuen uns über Ihre Teilnahme!

Zerstörung durch Mountainbiker

Erosion illegales Mountainbiken

Die Gefährdung durch die intensive Erholungsnutzung hatte in den vergangenen Jahrzehnten besonders bis 2004 stark zugenommen. Kreuz und quer über die Heide konnte man immer mehr Pfade sehen. Oft befanden sich auf einer Breite von wenigen Metern 4 bis 5 Wege nebeneinander. Diese entstanden durch viele Mountainbiker, die trotz Fahrverbots (!) immer häufiger den Trockenrasen befuhren und die Pflanzendecke aufrissen. Die Spuren stellen jedoch nicht nur ein äußerst hässliches optisches Bild dar. Besonders in steileren Bereichen der Heide nimmt so die Erosion stark zu und es entstehen regelrechte Rinnen, die sowohl für viele Pflanzen als auch Tiere als Lebensraum uninteressant sind, weil sie bei Regen ausgespült werden und bei Trockenheit der Boden durch Betritt stark zusammen gepresst wird. Natürlich sind offene Stellen in einem Trockenrasen erwünscht. Sie sollen jedoch in einem Mosaik von Vegetation kleinflächig verbreitet und durch Betritt wenig gestört sein. Diese Bedingungen sind bei den vorhandenen Wegen nicht gegeben. Für jene Tier- und Pflanzenarten, die nur in geringer Zahl vorkommen, bedeutet die Möglichkeit überfahren oder ausgerissen zu werden, eine zusätzliche und reale Gefahr. Durch umfangreiche Aufklärungsarbeit aber auch durch strenge Kontrolle und Bestrafung ist dieses Problem zur Zeit weitgehend gelöst und viele Parallelwege sind wieder zugewachsen. Wir bitten alle Radfahrer, das Fahrverbot auf der Heide zu befolgen und nur die freigegebene Straße zu benutzen! Auch die Nutzung von Segways, Elektrofahrrädern, Skateboards u.ä. abseits der Straße ist verboten!

Überdüngung durch Hundekot

Hunde Überdüngung durch Hundekot

Aus der Gärtnerei und Landwirtschaft hören wir immer wieder, dass Pflanzen viele Nährstoffe brauchen, um gesund zu wachsen. Dies trifft jedoch im Fall der Trockenrasenpflanzen in keiner Weise zu. Sie haben sich an das niedrige Nährstoffangebot angepasst, indem sie es effizienter nützen, eher kleinwüchsig bleiben und nur sehr langsam wachsen. So benötigt ein Horst der Erd-Segge mehrere Jahre, um einen Durchmesser von 10 cm zu erreichen. Größere Mengen an Nährstoffen bringen den Trockenrasenpflanzen keinen Vorteil, da sie das erhöhte Angebot nicht nützen können.
Ein Überschuss an Nährstoffen ist sogar eine große Gefahr für einen Trockenrasen. Häufige Pflanzen wie zum Beispiel die Brennessel oder der Gewöhnliche Beifuß können die Nährstoffe besser verwerten und überwuchern den Trockenrasen. Dies ist am nebenstehenden Bild im Vordergrund sehr gut zu sehen. Damit verschwindet die seltene Heidevegetation und die an sie angepassten Tiere. Auf der Perchtoldsdorfer Heide ist die immer stärkere Überdüngung durch den Hundekot stellenweise nach wie vor ein großes Problem. Betrachtet man die Wegränder, die am stärksten betroffen sind, so kann man auch ohne botanische Vorkenntnisse sehen, dass der Pflanzenbewuchs sich dort deutlich vom Trockenrasen unterscheidet.

Hundekotkartierung

Auch für die wichtige Beweidung ist der Hundekot ein Problem. Schafe und Kühe fressen kein stark mit Kot verunreinigtes Gras bzw. können im Kot enthaltene Parasiten eine ernst zu nehmende Gefahr für die Weidetiere darstellen. Wir bedanken uns daher bei allen, die den Hundekot ordnungsgemäß im Mistkübel entsorgen und ersuchen alle anderen Hundebesitzer diesem vorbildlichen Verhalten zu folgen! Auch die zahlreichen Heidebesucher ohne Hund werden es Ihnen danken!

Betroffen von diesen Problemen ist natürlich nicht nur die Perchtoldsdorfer Heide. Auch andere wertvolle Trockenrasengebiete wie der Eichkogel (Mödling, ) und zahlreiche Gebiete in Wien wie Wiener Berg, Laaer Berg, Maurer Wald, Lobau, Schafberg, Bisamberg und Prater sind durch den hohen Nährstoffeintrag durch Hundekot stark gefährdet.

Stress für Wildtiere durch Missachtung der Leinenpflicht

grabender Hund Männliche Smaragdeidechse

Seit 2005 gilt auf der gesamten Heide - also auf der Kleinen Heide, der Großen Heide sowie auf den 17-Föhren und im Saugraben Leinenpflicht für Hunde! Freilaufende Hunde bedeuten für viele Wildtiere, wie Ziesel, Schlingnatter oder Smaragdeidechse großen Stress. Auch wenn der Hund sie nicht aktiv jagt, flüchten diese Tiere, wenn sich der Hund nähert. So können sie weniger Zeit für Nahrungsaufnahme oder andere lebenswichtige Dinge verwenden, der Stress belastet sie und ihre Fitness sinkt. Dadurch vermehren sich die Tiere weniger oder nicht mehr, was bei kleinen Vorkommen (wie auf der Heide) sogar zum Aussterben führen kann. Für Ziesel, Schlingnatter und Smaragdeidechse besteht diese Gefahr auf der Perchtoldsdorfer Heide. Bitte helfen Sie als Hundebesitzer und Tierliebhaber mit, diese besonderen Lebewesen zu erhalten!
Für weitere Informationen können Sie den Heideleitfaden für Frauerl und Herrl der Marktgemeinde Perchtoldsdorf mit vielen Tipps für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Heide herunterladen.

Auch für die Beweidung ist die Einhaltung der Leinenpflicht wichtig! Schafe haben instinktiv Angst vor Hunden, wenn diese zu nahe kommen. Der Stress ist vor allem für die trächtigen Tiere eine große Belastung und bedeutet für den Schäfer einen wirtschaftlichen Verlust. Besonders gefährdet sind auch die zahlreichen Lämmer. Würden Sie als Tierfreund diese Angst und Gefahr Ihrem Haustier zumuten?

Blumenpflücken, Kräutersammeln oder Ausgraben von Pflanzen

konfiszierte Pflanzen

Die Pflanzen auf der Perchtoldsdorfer Heide sind streng geschützt! Blumenpflücken, Kräutersammeln oder gar das Ausgraben von Pflanzen sind daher verboten, denn das gefährdet die ohnehin schon seltenen und oft vom Verschwinden bedrohten Trockenrasenarten. Außerdem wurzeln Trockenrasenpflanzen wie Adonis, Kuhschelle weit in die Tiefe - durch Ausgraben zerstört man die Wurzeln, ein Anwachsen im Garten gelingt nicht! Viele schöne Trockenrasenpflanzen sind auch als Nachzuchten für wenige Euro im Handel erhältlich. Sparen Sie nicht am falschen Fleck! Das Sammeln geschützter Arten wird von der Berg- und Naturwacht Mödling bzw. von Flurschutzorganen kontrolliert und zur Anzeige gebracht!

Jeder trägt Verantwortung für die heimische Artenvielfalt!

Durch den Menschen ist das Artensterben heute weltweit 1000 mal größer, als es von Natur aus wäre. Ungefähr 3 Arten verschwinden pro Stunde, das sind pro Tag circa 72. Ein Grund liegt in der schnell fortschreitenden Lebensraumzerstörung. Deshalb sind auch kleinere Naturräume für die Arterhaltung sehr wichtig. Um unser Naturreservat Perchtoldsdorfer Heide für die Zukunft zu erhalten, ist ihre Mithilfe nötig! Halten Sie bitte folgende Regeln ein:

Logo Berg- und Naturwacht Mödling

Diese Regeln werden laufend von der Berg- und Naturwacht Mödling, von Flurschutzorganen der Marktgemeinde Perchtoldsdorf und auch von der Polizei kontrolliert. Diese wollen bei Übertretungen in erster Linie aufklärend wirken. Bei wiederholte Missachtung der Vorschriften sind die Organe jedoch gezwungen Anzeige zu erstatten. Zum Zwecke der Feststellung der Identität dürfen Personen dann auch angehalten werden!

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