Ihre Mithilfe zählt!

Probleme, Schutz und Pflege

Die im Lebensraum Heide auftretenden Probleme sind vielfältig und nur durch das Verständnis und die Rücksichtnahme der Besucher zu lösen. Im Folgenden werden die derzeit wichtigsten Gefährdungen beschrieben und Lösungswege aufgezeigt.

BüscheDie zunehmende Verbuschung stellte vor einigen Jahren noch die größte Gefahr für die Heide dar. Ihr konnte mit Hilfe eines von Naturschutzexperten wissenschaftlich erstellten Pflegeplans Einhalt geboten werden. So ist sichergestellt, dass seltene Pflanzen bei den Pflegemaßnahmen nicht geschädigt werden. In Zusammenarbeit von Gemeinde, Freunden der Perchtoldsdorfer Heide, zahlreichen freiwilligen HelferInnen und Heideschäfer werden jedes Jahr Sträucher und junge Bäume aus dem Trockenrasen entfernt. Zusätzlich erfolgt eine Beweidung mit Schafen, die den Trockenrasen kurz halten und auch das Aufkommen von Gehölzen in Grenzen halten. Der Kot der Schafe bewirkt im Gegensatz zum Hundekot keine Überdüngung der Heide, da die Schafe nur jene Nährstoffe wieder einbringen, die sie vorher auf der Heide aufgenommen haben.

ErosionDie Gefährdung durch die intensive Erholungsnutzung hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Wer öfter die Heide besucht, kann immer mehr Pfade kreuz und quer über die Heide sehen. Oft befinden sich auf einer Breite von wenigen Metern 4 bis 5 Wege nebeneinander. Diese entstehen hauptsächlich durch Mountainbiker, die trotz Fahrverbots (!) immer häufiger den Trockenrasen befahren und die Pflanzendecke aufreißen. Die Spuren stellen jedoch nicht nur ein äußerst hässliches optisches Bild dar. Besonders in steileren Bereichen der Heide nimmt die Erosion stark zu und es entstehen regelrechte Rinnen, die sowohl für viele Pflanzen als auch Tiere als Lebensraum uninteressant sind, weil sie bei Regen ausgespült werden und bei Trockenheit der Boden durch Betritt stark zusammen gepresst wird. Natürlich sind offene Stellen in einem Trockenrasen erwünscht. Sie sollen jedoch in einem Mosaik von Vegetation kleinflächig verbreitet und durch Betritt wenig gestört sein. Diese Bedingungen sind bei den vorhandenen Wegen nicht gegeben. Für jene Tier- und Pflanzenarten, die nur in geringer Zahl vorkommen, bedeutet die Möglichkeit überfahren oder ausgerissen zu werden, eine zusätzliche Gefahr. Aus diesen Gründen möchten wir alle Radfahrer bitten, das Fahrverbot auf der Heide zu befolgen und nur die freigegebene Straße zu benutzen!

HundeAus der Gärtnerei und Landwirtschaft hören wir immer wieder, dass Pflanzen viele Nährstoffe brauchen, um gesund zu wachsen. Dies trifft jedoch im Fall der Trockenrasenpflanzen in keiner Weise zu. Sie haben sich an das niedrige Nährstoffangebot angepasst, indem sie es effizienter nützen, eher kleinwüchsig bleiben und nur sehr langsam wachsen. So benötigt ein Horst der Erd-Segge mehrere Jahre, um einen Durchmesser von 10 cm zu erreichen. Größere Mengen an Nährstoffen bringen den Trockenrasenpflanzen keinen Vorteil, da sie das erhöhte Angebot nicht nützen können.
Ein Überschuss an Nährstoffen ist sogar eine große Gefahr für einen Trockenrasen. Häufige Pflanzen wie zum Beispiel die Brennessel oder der Gewöhnliche Beifuß können die Nährstoffe besser verwerten und überwuchern den Trockenrasen. Damit verschwindet die seltene Heidevegetation und die an sie angepassten Tiere. Auf der Perchtoldsdorfer Heide ist die immer stärkere Überdüngung durch den Hundekot stellenweise ein großes Problem. Betrachtet man die Wegränder, die am stärksten betroffen sind, so kann man auch ohne botanische Vorkenntnisse sehen, dass der Pflanzenbewuchs sich dort schon deutlich vom Trockenrasen unterscheidet. Auf Dauer wird die Heide dem starken Nährstoffeintrag der vielen Hunde, die pro Tag die Heide besuchen, nicht Stand halten können.

HundekotkartierungAuch für die wichtige Beweidung ist der Hundekot ein Problem. Schafe und Kühe fressen kein stark mit Kot verunreinigtes Gras bzw. können im Kot enthaltene Parasiten eine ernst zu nehmende Gefahr für die Weidetiere darstellen. Wir möchten daher alle Hundebesitzer bitten, den Kot ihres Hundes einzusammeln und in einen Mistkübel zu werfen, wie es einige vorbildliche Hundebesitzer bereits praktizieren! Eine zweite Möglichkeit wäre es, eine Spazierrunde so anzulegen, dass der Hund sich lösen kann, bevor er die Heide erreicht. Auch die zahlreichen Heidebesucher ohne Hund, vor allem die Kinder werden es Ihnen danken!

Betroffen von den Problemen ist natürlich nicht nur die Perchtoldsdorfer Heide. Auch andere wertvolle Trockenrasengebiete wie der Eichkogel (Mödling, ) und zahlreiche Gebiete in Wien wie Wiener Berg, Laaer Berg, Maurer Wald, Lobau, Schafberg, Bisamberg und Prater sind durch den hohen Nährstoffeintrag durch Hundekot stark gefährdet.

Männliche Smaragdeidechse Weiters bitten wir die Hundebesitzer ihre Hunde gemäß der seit November 2005 auf der gesamten Heide geltenden Leinenpflicht an der Leine zu führen! Freilaufende Hunde bedeuten für viele Wildtiere, wie Ziesel, Schlingnatter oder Smaragdeidechse großen Stress. Auch wenn der Hund sie nicht aktiv jagt, flüchten diese Tiere, wenn sich der Hund nähert. So können sie weniger Zeit für Nahrungsaufnahme oder andere lebenswichtige Dinge verwenden, der Stress belastet sie und ihre Fitness sinkt. Dadurch vermehren sich die Tiere weniger oder nicht mehr, was bei kleinen Vorkommen (wie auf der Heide) sogar zum Aussterben führen kann. Für Ziesel, Schlingnatter und Smaragdeidechse besteht diese Gefahr auf der Perchtoldsdorfer Heide. Alle drei Arten sind in den letzten Jahren deutlich in ihrem Bestand zurückgegangen. Bitte helfen Sie als Hundebesitzer und Tierliebhaber mit, diese besonderen Lebewesen zu erhalten!
Für weitere Informationen können Sie den Heideleitfaden für Frauerl und Herrl der Marktgemeinde Perchtoldsdorf mit vielen Tipps für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Heide herunterladen.

Auch für die Beweidung ist die Einhaltung der Leinenpflicht wichtig! Schafe haben instinktiv Angst vor Hunden, wenn diese zu nahe kommen. Der Stress ist vor allem für die trächtigen Tiere eine große Belastung und bedeutet für den Schäfer einen wirtschaftlichen Verlust. Besonders gefährdet sind auch die zahlreichen Lämmer. Würden Sie als Tierfreund diese Angst und Gefahr Ihrem Haustier zumuten?

Durch den Menschen ist das Artensterben heute weltweit 1000 mal größer, als es von Natur aus wäre. Ungefähr 3 Arten verschwinden pro Stunde, das sind pro Tag circa 72. Ein Grund liegt in der schnell fortschreitenden Lebensraumzerstörung. Deshalb sind auch kleinere Naturräume für die Arterhaltung sehr wichtig. Um unser Naturreservat Perchtoldsdorfer Heide für die Zukunft zu erhalten, ist ihre Mithilfe nötig! Halten Sie bitte folgende Regeln ein:

Logo Berg- und Naturwacht Mödling
  • Hunde an die Leine
  • Hundekot Ihres Hundes aufsammeln
  • Mountainbiken nur auf der dafür freigegebenen Straße
  • Ziesel und andere Tiere bitte nicht füttern
  • Keine Blumen pflücken oder Tiere fangen
  • Kein offenes Feuer
  • Müll bitte in den Mistkübeln entsorgen

Die Regeln werden laufend von der Berg- und Naturwacht Mödling kontrolliert. Diese will bei Übertretungen in erster Linie aufklärend wirken. Bei wiederholte Missachtung der Vorschriften sind die Organe jedoch gezwungen Anzeige zu erstatten. Zum Zwecke der Feststellung der Identität dürfen Personen dann auch angehalten werden!