Als größte Gefahr zeigte sich zu dieser Zeit die zunehmende Verbuschung und damit das Verschwinden der besonderen und seltenen Trockenrasenflora und -fauna. Nach Abstimmung der Pflegemaßnahmen mit dem damaligen wissenschaftlichen Betreuer der Heidepflege, Univ.Prof. Wolfgang Holzner (BOKU) und der Gemeinde Perchtoldsdorf wurde bereits im Februar 2000 unter tatkräftiger Mithilfe vieler Mitglieder am Westrand der Großen Heide eine etwa 500 m² große Fläche freigeschnitten, die im Lauf der letzten 20 Jahre stark von Büschen überwuchert worden war. Im Winter/Frühjahr 2001 wurden auf der Kleinen Heide weitere 1000 m² entbuscht. Dadurch wurde der Lebensraum für viele gefährdete Pflanzen- und Tierarten, wie zum Beispiel Hummel-Ragwurz, Segelfalter und Sägeschrecke, in diesem Bereich wiederhergestellt. Pflegemaßnahmen müssen jedoch weiterhin durchgeführt werden, um den Trockenrasen und seine Raritäten auch in Zukunft erhalten zu können.

In den Jahren 2002 und 2003 wurden daher in Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde Perchtoldsdorf weitere Flächen freigeschnitten, um Robinien und Götterbäume, die den Trockenrasen sehr schnell überwuchern, zu bekämpfen. Weiters wurde der alte botanische Lehrpfad entlang des eingezäunten Naturschutzgebietes wiederhergestellt.

Heideführung

Darüber hinaus konnten sich zahlreiche Naturliebhaber bei Heideführungen und Diavorträgen mit unseren Experten über die Perchtoldsdorfer Heide und ihre besonderen Pflanzen und Tiere informieren und diese auch in ihrem Lebensraum bewundern. Seit dem Frühjahr 2003 gibt es auch eigene Kinderführungen mit sehr erfahrenen NaturpädagogInnen (ausschließlich BiologInnen).

Seit dem Jahr 2000 hatten Konflikte zwischen den verschiedenen Nutzergruppen der Heide, sowie die Verschmutzung und Überdüngung durch Hundekot stark zugenommen. Durch verstärktes, unerlaubtes Befahren des Trockenrasens durch Mountainbiker kam es zu immer größeren Flurschäden. Auch die bei den Heidebesuchern besonders beliebten Ziesel sind durch übermäßiges Füttern und Stress durch freilaufende Hunde in den letzten Jahren sehr selten geworden.

Aus diesem Grund beschlossen wir, gemeinsam mit der Gemeinde Perchtoldsdorf, im Jahr 2004 ein Jahr der Heide zu veranstalten, um Interesse und Verständnis der HeidebesucherInnen für unsere äußerst wertvolle Heide zu wecken und so ihr Fortbestehen auch in Zukunft zu ermöglichen.

Planungsteam

Im September 2003 begann das Team um Dipl.-Ing. Alexander Mrkvicka, Mag. Irene Drozdowski, Dipl.-Ing. Michael Duda, MMag. Angelika Janssen und Ing. Josef Wurth (v.l.n.r.) mit der aufwendigen Planung und Organisation des Jahres der Heide 2004. Die zahlreichen Aktionen können Sie unter Jahr der Heide 2004 nachlesen. So konnten wir viele Menschen für die Heide und ihre Besonderheiten begeistern und auch viele neue HelferInnen und Mitglieder begrüßen. Dem zukünftigen Erhalt des Naturgebietes, das Landschaftsschutzgebiet, Natura 2000 – Schutzgebiet der EU und Teil des Biosphärenparks Wienerwald ist, konnten wir viele Schritte näher kommen.

Für das Jahr der Heide wurden die Freunde der Perchtoldsdorfer Heide im Oktober 2004 außerdem mit dem Hans-Czettl-Förderungspreis ausgezeichnet. Er wird vom Verein für Natur- und Umweltschutz in NÖ jährlich an Gemeinden, Vereine, Schulen und Privatpersonen, die sich im Naturschutz durch besondere Initiativen oder Projekte verdient machen. Mit dem Preisgeld war es möglich, weitere Schutzaktionen zu planen und erfolgreich durchzuführen.

Im Jahr 2005 wurden diverse Pflege- und Schutzmaßnahmen auf der Heide durchgeführt werden. Die erstmals durchgeführte, fachlich betreute Pflegewoche brachte viele neue HelferInnen und einen großen Fortschritt bei der Pflege zahlreicher Flächen. Auch andere Perchtoldsdorfer Vereine konnten erstmals für die Pflegearbeiten gewonnen werden.

Gruppenbild

Mit einem Smaragdeidechsenschutzprojekt mit den Perchtoldsdorfer PfadfinderInnen und der Jungschar Breitenfurt sowie dem neu angebotenen Ferienspiel wurde die so wichtige Jugend- und Kinderarbeit stark ausgebaut. Für ihr Engagement wurden die PfadfinderInnen und Jungscharkinder mit dem Hans-Czettl-Preis des Landes Niederösterreich belohnt.

Die Marktgemeinde erließ einstimmig im Gemeinderat eine schon lange dringend nötige Leinenpflicht für die gesamte Heide und hat gleichzeitig eine große Hundezone als Ausgleich geschaffen. So haben die Hunde den nötigen, artgerechten Auslauf und die Hundebesitzer einen attraktiven Platz für das Treffen mit anderen Hundefreunden.

In einem wissenschaftlichen Projekt in Zusammenarbeit mit der Universität Wien wird seit 2005 jährlich der Zieselbestand erhoben, die negativen Einflussfaktoren wurden identifiziert und Schutzstrategien beurteilt. Die Einzäunung eines Zieselschutzgebietes erwies sich als äußerst sinnvolle Maßnahme.

Verleihung des Schöffelpreises

Vom Land NÖ wurde den Freunden der Perchtoldsdorfer Heide für ihre hervorragende Naturschutzarbeit der letzten Jahre 2005 der Josef-Schöffel-Preis verliehen! Eine Jury bestehend aus Naturschutzfachleuten aus dem wissenschaftlichen, pädagogischen, öffentlichen und privaten Bereich beurteilte alle Einsendungen und wählte unter 25 Bewerbungen die Freunde der Perchtoldsdorfer Heide als Preisträger im heurigen Jahr aus. Der Preis ist eine große Bestätigung für die hohe Qualität der ehrenamtlichen Naturschutzarbeit des Vereins. Wir werden auch in Zukunft unsere Bemühungen zum Schutz des wertvollen Naturgebietes mit viel Einsatz weiterführen!

Teilnehmer der Pflegewoche 2006

Im Jahr 2006 und 2007 brachte die Heidepflegewoche eine noch größere Beteiligung der Bevölkerung und einen tollen Pflegeerfolg! Die Heide ist so offen wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Jedes Jahr arbeiteten mehr als 200 Personen – von jung bis alt – jeweils über 1000 Stunden für die Heide. Keine Gemeinde könnte diese Arbeit bezahlen! Dies ist nur durch den begeisterten Einsatz so vieler Menschen möglich!

Der GEO-Tag der Artenvielfalt im Jahr 2007 bot allen PerchtoldsdorferInnen und BesucherInnen die Möglichkeit sich noch mehr mit der wertvollen Artenvielfalt vor der Haustüre zu beschäftigen, die Natur mit ihren Pflanzen und Tieren hautnah zu erleben und sich gleichzeitig darüber zu informieren, wie jeder einzelne die Artenvielfalt auf der Heide, in den Weingärten, im Wald und im eigenen Garten erhalten und unterstützen kann. Die Führungen wurden von mehr als 130 Interessierten besucht, das Fest der Artenvielfalt wurden zum großen Familienfest mit vielen begeisterten Besuchern.

Nach erfolgreichen Pflegewochen 2008 bis 2011 war die Heidepflegewoche 2012 mit 739 HelferInnen und 2499 Arbeitsstunden einerseits unsere erfolgreichste je durchgeführte Pflegeaktion, gleichzeitig war sie aber auch eine der größten regional verankerten Freiwilligenaktion im Naturschutz in Österreich!

In unserem Jubiläumsjahr 2010 konnten wir uns durch die finanzielle Unterstützung durch zahlreiche private SpenderInnen und die Marktgemeinde Perchtoldsdorf den Traum von einem großen LE-geförderten Projekt erfüllen, bei dem in den Jahren 2010 sowie 2011 von renommierten Zoologen unterschiedliche Tiergruppen (Schmetterlinge, Zikaden, Wanzen, Heuschrecken, Spinnen), die bisher nur kaum wissenschaftlich und systematisch erfasst waren, auf der Heide untersucht wurden. So erhielten wir einerseits sehr viele positive Bestätigungen für unser Management, aber auch natürlich noch einige wichtige Verbesserungsvorschläge, die seit 2011 im Management berücksichtigt werden. Im Bereich der Bildungsarbeit hatten wir 2010 durch das Sponsoring von Raiffeisenbank, TOP und Firma Trampler die Möglichkeit unseren Lehrpfad vollständig zu erneuern, der ein sehr wichtiges Kommunikationsmittel ist, um die HeidebesucherInnen mit vielen Infos zu erreichen und für die Heide und ihren Schutz zu begeistern.

Wir freuen uns Sie auch heuer bei unseren Führungen, Veranstaltungen und bei den Pflegeterminen zu treffen!

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